Unternehmenssicherheit

Paradigmenwechsel im Verhältnis von Kunden und Sicherheitsdienstleistern

Das Forschungsinstitut für Wirtschaftsschutz und Sicherheit (IWiS) stellt eine neue Studie über Sicherheitsdienstleistern vor.

Die geschäftlichen Beziehungen zwischen privaten Sicherheitsdienstleistern und deren Kunden werden sich grundlegend verändern. Dies belegt eine Studie des Institutes für Wirtschaftsschutz und Sicherheitsforschung (IWiS), die jetzt der Öffentlichkeit vorgelegt wird. Die Befragungen von Nutzern und Anbietern privater Sicherheitsdienstleistungen hat ergeben, dass die bisher geübte Praxis, Dienstleistungen nach Personalstunden zu bezahlen, den Anforderungen der Zukunft nicht mehr gerecht wird. Vertreter beider Seiten, die zu ihrer Einschätzung und künftigen Praxis befragt wurden, gehen davon aus, dass der Paradigmenwechsel darauf hinausläuft, Sicherheit in der Zukunft „im Paket einzukaufen.“

Unterschiedliche Sichtweisen

Dabei ist der Blick von beiden Seiten auf die Kundenzufriedenheit gefragt: Das sich daraus ergebende Bild („Die Kunden bewerten die Zusammenarbeit mit den Dienstleistern deutlich kritischer [Noten-durchschnitt: 2,57 vs. 2,29], als diese das umgekehrt einschätzen!“) verdeutlicht, dass die Kooperation zwischen Kunden und Dienstleistern erheblich verbessert werden kann. In der Studie wird aufgezeigt, wie lang die Liste negativer Wahrnehmungen der Kunden von ihren Sicherheitsanbietern ist.

Beidseitig wird registriert, so stellen die Macher der Studie fest, dass es derzeit sehr schwierig ist, qualifiziertes Personal zu bekommen. Von Seiten der Dienstleister wird zum Teil kritisiert, dass Probleme erst angesprochen werden, „wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist.“ Die Anbieter der Dienstleistungen bemängelten auch, die häufig schlechten oder unzureichenden Arbeitsbedingungen für das Sicherheitspersonal.

Bei einer Reihe von Punkten überschneiden sich die Leitmotive von Auftraggebern und Dienstleistern. Eine der wichtigsten Faktoren, der genannt wurde, lautet: Reputation und Leadership bei den Dienstleistern verbessern! Oder den allgemeinen Bedingungen entsprechend: Kostendruck mit Standardisierung und Digitalisierung bewältigen!

Das A und O ist qualifiziertes Personal

Zu den Wünschen der Kunden gehört auch, dass die Dienstleister „solche qualifizierten Leute haben, die mir mitteilen, was ihnen aufgefallen ist und was man wie besser machen kann. Aber das kann ich nicht von einer § 34 a – geprüften Person erwarten.“ Auch die weitere Qualifizierung des Personals steht auf der Prioritätenliste. Die jemals eingesetzten Mitarbeiter sollten mindestens ein Qualifikationsniveau als Fachkraft für Schutz und Sicherheit haben.

Im Rahmen der vielen in der Studie definierten Eckpfeiler eines guten Service müssen in Zukunft “maßgeschneiderte Lösungen” entwickelt und vorgeschlagen werden. Kunden erwägen manchmal, höherwertige Sicherheitsaufgaben an externe Sicherheitsdienstleistern auszulagern. Dazu müssen sie jedoch in der Lage sein, ihren Tätigkeitsbereich zu erweitern und das entsprechende Personal bereitzustellen. Weitere Herausforderungen sind z.B. die Erstellung einer Bedrohungs- und Risikoanalyse für Standorte und gefährdete Personen.

Die Studie zeigt an vielen Beispielen die traditionelle Dienstleistung und zeigt zugleich auf, in welcher Form diese künftig ausgeführt werden wird.

www.iwis-institut.de

Bildquelle: BDSW

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Redaktion Prosecurity

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